Blog

Carlos Saura: Vermächtnis und beste Filme

Schwarzweißfotografie von zwei hockenden Männern

Carlos Saura: Vermächtnis und beste Filme

Carlos Sauras Leben

Ein Klassiker innerhalb des spanischen Kinos: Carlos Saura dreht Filme seit den 1950er Jahren. Trotz seiner Geburt in der Hochphase der autoritären Diktatur von Francisco Franco wuchs Saura in einem kreativen Umfeld auf, das ihm die Leidenschaft für Kunst, Musik und künstlerischen Ausdruck im Allgemeinen vermittelte—Leidenschaften, die sich immer wieder in seinen Filmen zeigten. Er begann mit Fotografie und erweiterte bald sein Können um die Filmarbeit. Er studierte Maschinenbau, wechselte jedoch schnell zu Journalismus, Fotografie und Kino, wo er seine künstlerischen Leidenschaften besser pflegen konnte.

Sein erster Film war ein Dokumentarfilm mit dem Titel Cuenca, der 1958 veröffentlicht wurde. Zwei Jahre später setzte Sauras zweiter Film Los golfos die neorealistische Strömung im Film in Bewegung, einen Stil, der heute in ganz Europa zu finden ist. Doch erst in seinem dritten Film treten Sauras wahre filmische Talente hervor. La caza, veröffentlicht 1965, analysiert die Schäden des Spanischen Bürgerkriegs, indem er ihn als Hetzjagd zwischen verschiedenen Figuren darstellt, die unterschiedliche politische und soziale Positionen repräsentieren. Der Film war ein großer Erfolg und erhielt mehrere Preise, darunter den Preis für die beste Regie beim Internationalen Filmfestival Berlin.

Nach diesen ersten Erfolgen produzierte Carlos Saura weiterhin Filme in ähnlichem Stil bis zum Tod Francos. Ab diesem Zeitpunkt verwandelte sich Saura in einen der besten Regisseure der Übergangszeit in Spanien. 1980 änderte er seinen Stil: Weg von der kritisch-analytischen Herangehensweise an das Thema Bürgerkrieg hin zu einem Stil, mit dem er populäre Filme schaffen konnte, die zeitgenössische Themen aus einer jugendlichen Perspektive behandelten; ein Beispiel dafür ist der Film Deprisa, deprisa.

Seitdem hat dieser spanische Regisseur eine große Zahl großartiger Filme und Drehbücher produziert und dafür zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Saura selbst betrachtet seinen besten Film als das Werk über den surrealistischen Regisseur Luis Buñuel, das den Titel Buñuel y la mesa del rey Salomón trägt.

Kritiker, Publikum und Filmfans in Spanien und weltweit sind sich einig, dass Carlos Saura ein Genie auf seinem Gebiet ist. Mit über einem halben Jahrhundert, das er —geteilt zwischen Diktatur und anschließender Demokratie— damit verbracht hat, eine beeindruckende Sammlung von Filmen zu drehen, demonstriert und personifiziert er die Entwicklung des spanischen Films. In Anerkennung seines Gesamtwerks für die spanische Filmindustrie wurde Carlos Saura 2008 beim 10. Internationalen Filmfestival Mumbai mit einem Global Life Time Achievement Award ausgezeichnet.

Kennzeichen von Carlos Saura

Da er seine lange Karriere als ausgezeichneter Fotograf begann, versagt Carlos Sauras Blick ihm als Regisseur keinesfalls. Intelligent und kreativ sind all seine Filme künstlerisch geprägt: Sie integrieren Musik, Kunst und sogar Tanz nahtlos in die Handlungen. Er verwendet häufig nicht-professionelle Schauspieler und verlässt sich, ausgehend von einer groben Anleitung, stark auf Improvisation. Seine intimen, persönlichen Filme setzen auf die Kraft klassischer Einfachheit — von den Kulissen bis zu den Kamerawinkeln.

Bezüglich der typischen Themen in Carlos Sauras Filmen analysieren viele spanische Gesellschaftsfragen sowohl vor als auch nach dem Ende der Franco-Diktatur. Vor der Wiederherstellung der Demokratie schränkte die Einführung der Zensur durch die Regierung ein, wie Saura seine kritischen Ideen über die Gesellschaft, die Franco schaffen wollte, äußern konnte. Häufig nutzte er Symbolik, um Konzepte dem Publikum zu vermitteln und gleichzeitig unter dem Radar der repressiven Regierung zu bleiben. Weitere hervorstechende Themen in Sauras Filmen sind soziale Probleme, die damals Spaniens Gesellschaft prägten und weiterhin bestehen: Drogen, Straßenleben, Jugendkriminalität, Diebstahl, menschliche Gewalt, sozialer Wandel und die Beziehungen zwischen Mann und Frau sind in seinen Filmen konstant präsent.

Carlos Sauras Filme

Von Dokumentarfilmen über Dramen bis hin zu Flamenco-Filmen bietet Carlos Sauras Lebenswerk sicher viel. Bereits mit seinem ersten Film zeichnete er sich als Wegbereiter der Filmwelt aus — und das aus gutem Grund. Zu den 34 Filmen, die ihm eine Vielzahl renommierter Auszeichnungen und Nominierungen einbrachten —darunter Oscars, Preise beim Festival de Cannes und Ehrungen zahlreicher nationaler und internationaler Festivals— gehören unter anderem: