Bourbonen Spanien
Spanische Kultur & Sprache

Bourbonen Spanien

Die Bourbonen regierten in Spanien nach den Habsburgern. Die französische Dynastie der Bourbonen übernahmen die Amtsgeschäfte in Spanien nach dem Tod des Habsburger Karl II. und sind bis heute durch Erbfolge auf dem spanischen Thron. Per Testament überließ der kinderlose Karl II. die Thronfolge Philipp von Anjou, dem Enkelsohn von Ludwig XIV., König von Frankreich. Andere europäische Mächte, wie England, fühlten sich betrogen und bevorzugten andere potenzielle Nachfolger, da sie eine Vorherrschaft Frankreichs fürchteten. Es folgte der europaweit ausgetragene Spanische Erbfolgekrieg (1701-1713) zwischen Frankreich und der gegnerischen Allianz. Die Friedensbeschlüsse von Utrecht und Rastatt 1713 beschlossen ein "Unentschieden": Die Bourbonen durften in Spanien regieren, sich jedoch nicht mit Frankreich vereinen. Spanien verlor zudem die Spanisch-Niederlande, Neapel, Mailand und Sizilien.

1715-1759

Philipp machte es sich zur Aufgabe das gebeutelte Land wieder auf die Beine zu bringen. Er veränderte Gesetze und etablierte ein zentralistisches Machtsystem wie in Frankreich, wo er und sein Gefolge die Fäden straff ziehen konnten. Die Staatsverwaltung gestaltete er nach dem französischen Vorbild, förderte Handel, Gewerbe, Kunst und Wissenschaft und steuerte einen Sparkurs durch eine strenge Steuerpolitk an. Als er jedoch auch die Macht über die Kirche und die Inquisition an sich reißen wollte, wehrte sich die spanische Bevölkerung und der König musste sich aus dem religiösen Bereich zurückziehen. Wie alle machtgierigen Könige scheute auch Phillip keine kriegerischen Konflikte. Philipp eroberte Sardinien von Österreich zurück und begab sich später in den erfolglosen Wettstreit um Sizilien. Wieder waren es die Kriege, die Spanien in dieser Zeit in finanzielle und materielle Not brachten.

Von 1746 - 1759 übernahm König Ferdinand IV. die Amtsgeschäfte. Seine Amtszeit war geprägt von Frieden und Sparen. Er war großzügig für hilfsbedürftige Regionen, wie Andalusien, und verstärkte seine außenpolitische Verteidigung durch eine erneute Annäherung an Frankreich. Viele Stimmen behaupteten eine Annäherung an England wäre aufgrund der Seemacht strategisch günstiger gewesen, allerdings erwies sich die Entscheidung als klug, da er Stabilität, Frieden und einen wirtschaftlichen Aufschwung ins Land brachte.

1759-1788

Nach dem Tod Ferdinands übernahm dessen Stiefbruder Karl III. (1759-1788) den Thron. Unter Karl III. machte Spanien einen wichtigen Schritt zum modernen Staat. Karl III. machte es sich zur Aufgabe sein Land auf Augenhöhe mit anderen europäischen Ländern zu bringen und führte zahlreiche Reformen ein, um die Volkswirtschaft, -bildung und -wohlfahrt voranzubringen. Seine Reformpolitik zeigte Wirkung, wenn auch nur langsam. Seine Bemühungen wurden immer wieder gebremst, da er sich durch den bourbonischen Familienvertrag Frankreich im Krieg gegen England anschließen musste (1761-1762 und 1780 - 1783).

1788-1808

Karl III. verstarb 1788. Sein Nachfolger, Karl IV., war jedoch nicht an den Regierungsgeschäften interessiert und seine Frau übernahm wichtige Entscheidungen. Sie war es auch die ihren Liebhaber Manuel de Godoy die Leitung der Staatsgeschäfte überließ. Manuel de Godoy wurde 1792 Ministerpräsident von Spanien. Durch die französische Revolution und der Hinrichtung des Bourbonen-Königs Ludwig XI. erklärte Spanien Frankreich den Krieg. Nordspanien wurde durch die Franzosen besetzt und Spanien unterzeichnete den Friedensvertrag von Basel, indem es sich von Frankreich abhängig machte. Durch die Verpflichtung zu Frankreich trat Spanien Ende des 18. Jahrhunderts in den Krieg mit England zugunsten von Frankreich. Anfang des 18. Jahrhunderts erklärte Spanien Portugal den Krieg. Die Kriege kosteten Spanien ihre Flotte und die letzten Staatsreserven, die Vormachtstellungen ihrer Kolonien waren in Gefahr und letztlich fiel Spanien hinter England und Frankreich als Weltmacht zurück. Die Politik Godoy hetzte die eigene Bevölkerung auf ihn. Er wurde gestürzt und Karl IV. wurde gezwungen seinen minderjährigen Sohnes Ferdinand VII. als Thronfolger einzusetzen. Napoleon passte dies in keinster Weise, veranlasste Ferdinand VII. zum Rücktritt und riss die Macht über Spanien an sich.

1808-1814

Napoleon setzte seinen Bruder Joseph als König von Spanien ein. Die spanische Bevölkerung akzeptierte die Fremdregierung nicht und rief zum Guerillakrieg gegen die französischen Truppen auf. Während der napoleonischen Kriege versuchten britische Streitkräfte über Portugal nach Spanien einzudringen. Nach aufreibenden Kämpfen schien zunächst Napoleon die Oberhand zu behalten, verlor aber zunehmend an Einfluss als er die Schlacht um Russland verlor. 1813 unterzeichneten Frankreich und Spanien einen Friedensvertrag und der rechtmäßige Bourbonen Thronfolger Ferdinand VII. übernahm erneut das Amt. In dieser Zeit verlor Spanien den Großteil seiner Kolonien in Südamerika.