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23. April, Welttag des Buches
Am 23. April ist Welttag des Buches. Wahrscheinlich gibt es in Ihrer Heimatstadt eine Messe oder eine Gedenkveranstaltung. Entdecken Sie, wie er in Spanien gefeiert wird.
Wie Sie vielleicht in vielen Werbungen an vielen Orten gesehen haben, ist der 23. April Welttag des Buches. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird an diesem Datum in Ihrer Heimatstadt eine Messe oder eine Gedenkveranstaltung gefeiert, und während Sie erstere besuchen oder letzterer beiwohnen, fragen Sie sich vielleicht, warum gerade dieser Tag gefeiert wird, wo doch die Menschen jeden Tag Bücher lesen.
Für manche liegt die Antwort genau in Spanien: Der 23. April ist hier als Sant Jordi (Sankt Georg) bekannt, der in Katalonien dadurch gefeiert wird, dass man den Menschen ein Buch schenkt – wenn Sie an diesem Tag nach Barcelona gehen, werden Sie zahlreiche Buchstände auf den Straßen sehen.
Für andere liegt die Antwort in einer auffälligen, berühmten und letztlich falschen Übereinstimmung. Der Legende nach sollen der britische Dramatiker William Shakespeare, der spanische Romanautor Miguel de Cervantes und der peruanische Historiker Inca Garcilaso de la Vega am selben Tag gestorben sein – am 23. April 1616. Es gibt jedoch keine solche Übereinstimmung. Cervantes starb am 22. April, wurde jedoch am folgenden Tag beigesetzt. Shakespeare starb tatsächlich am 23. April, aber England verwendete damals den julianischen Kalender, der nicht mit dem in Spanien verwendeten übereinstimmt. Der Autor von „Hamlet“ starb also eigentlich am 3. Mai.
Lustigerweise gibt es einen britischen Schriftsteller und einen lateinamerikanischen Romanautor, die am 23. April gestorben sind, obwohl sie bei weitem weniger gefeiert werden als die zuvor genannten Genies: der romantische Dichter William Wordsworth (1770–1850), der Katalane Josep Pla (1897–1981) und die Venezolanerin Teresa de la Parra (1889–1936). Hinzu kommt, dass Wortschmiede wie der Franzose Maurice Druon, der Kolumbianer Manuel Mejía Vallejo oder der Russe Vladimir Nabokov an einem solchen Tag geboren wurden (im Fall Nabokov ist ebenfalls diskutiert worden, einige behaupten, er sei am 22. April geboren).
Es spielt keine Rolle, ob die Tradition aus Spanien stammt, auf einer Zufälligkeit beruht oder einfach weil sich dieser Tag richtig anfühlte. Die UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) beschloss, dass ab 1996 jeder 23. April der Literatur gewidmet sein soll.
Cervantes ist jedenfalls an diesem Tag besonders präsent – die Institute, die seinen Namen tragen und die spanische Kultur weltweit verbreiten, feiern an diesem Tag ihren Tag der offenen Tür. Zufällig ist der 23. April, zur Erinnerung an den Tod des Schriftstellers, auch der Tag der spanischen Sprache.
Also haben wir zwei Gründe, an diesem Apriltag glücklich zu sein. Allerdings müssen 2011 einige der wichtigsten Veranstaltungen – die mittlerweile traditionelle Lesung von „El Quijote“, die zwei Tage dauert, und die sogenannte „Noche de los libros“ („Nacht der Bücher“, bei der Bibliotheken und Buchläden bis spät in die Nacht geöffnet bleiben) – bis zum 27. April verschoben werden, da der 23. April mit den Feiertagen der Karwoche zusammenfällt.
Wie Don Quijote selbst sagen würde: „Jedes Übel hat sein Gutes“ (eigentlich hat John Milton das gesagt. Don Quijote prägte eine sehr beliebte spanische Redewendung mit derselben Bedeutung: „No hay mal que por bien no venga“, was man grob mit „Kein Übel kommt ohne einen Nutzen“ übersetzen kann): Wir werden zwei aufeinanderfolgende Wochen haben, die der spanischen Kultur gewidmet sind.