Spanisch in Lateinamerika
Spanische Kultur & Sprache

Spanisch in Lateinamerika

Spanisch in Lateinamerika variiert von Land zu Land und auch in den verschiedenen Regionen in ein und demselben Land. Hier einige der Hauptmerkmale des lateinamerikanischen Spanisch:

VOSEO und TUTEO

In jedem Land, außer Puerto Rico und der Dominikanischen Republik, gibt es Regionen, wo das Pronomen "vos" in Konkurrenz zum Pronomen "tú" (du) tritt oder es sogar manchmal vollständig ersetzt.

Der Gebrauch des Pronomens "vos" und des dazugehörigen konjugierten Verbs ist auch bekannt als "voseo", während das Pronomen "tú" + Verb als "tuteo" bekannt ist.

"USTEDES" und "VOSOTROS"

Während es beim Castellano in Spanien zwei Formen gibt "ihr" (Mehrzahl - vosotros) und "sie" (Mehrzahl - ustedes) zu unterscheiden, gibt es in Lateinamerika nur eine Form. In Lateinamerika wird immer "ustedes" und die entsprechende Verbkonjugation benutzt, um eine Gruppe von Menschen (ob formell oder informell) anzusprechen.

SCHWACHE oder VERLORENE KONSONANTEN

Wie auch im Süden Spaniens werden viele Konsonanten am Ende einer Wortsilbe entweder geschwächt ausgesprochen oder gehen ganz verloren bei der Betonung. Dies ist insbesondere der Fall beim "S"-Laut am Ende eines Wortes. Zum Beispiel "los Niños" (die Kinder) wird eher wie "Loh niñoh", "Adios" (Auf Wiedersehen) wie "adioh" und "esto es lo mismo" (das ist das gleiche) wie "ehto eh lo mihmo" ausgesprochen.

Wörter mit einem "D" zwischen zwei Vokalen, wird das "D" oft nicht ausgesprochen. "Cansado" (müde) heißt dann "cansao" und "Pecado" (Sünde) klingt wie dann wie "pecao".

Diese Eigenart der Sprache ist vor allem in der Karibik, Mittelmerika, der gesamten südlichen Pazifikküste von Südamerika, in den Rio de la Plata-Staaten und einigen Gebieten von Mexiko verbreitet. Auch das "R" fällt häufig aus dem Ende der Infinitiv-Verbform heraus, so dass "comer" (essen) wie "comé" klingt.

SESEO

Das S, C und Z werden alle wie ein "S" ausgesprochen. In Spanien werden diese Buchstaben in den meisten Regionen wie ein englisches "th" ausgesprochen.

  • "Centros" (Zentren) hören sich wie "sentros" an, wobei es sich in Spanien wie "thentros" anhört.

YEÍSMO

  • "ll" wird wie ein "y" gesprochen, während diese Buchstaben in Spanien fast immer als weiches "j" gesprochen werden.
  • "Te llamo" (ausgesprochen te jamo) heißt dann "Te yamo".

Betonung "L" oder "R"

Wie auch in einigen Teilen von Südspanien gibt es einige Verwirrung mit den Lauten "l" und "r". Das "l", wenn es vor einem Konsonanten steht, wird oftmals als "r" betont. Zum Beispiel wird das Wort "alma" (Seele) oftmals als "arma" ausgesprochen. Diese Eigenart findet man vor allem in der Karibik und in Teilen Chiles.

Indianersprachen, Europa, etc.

In Lateinamerika sind die ursprünglichen indianischen Sprachen wie Nahuatl, Mapudungun, Guarani, Quechua und die europäischen Sprachen wie Galizisch, Spanisch, Italienisch und Französisch miteinander verschmolzen.

Obwohl die Basis das spanische Castellano in allen Ländern bildet, gibt es verschiedene kulturelle Einflüsse. Alte indianische Sprachen, andere europäische Sprachen und sogar einige afrikanische Ursprachen hatten und haben in einigen Regionen Südamerikas Einfluss auf die Dialekte.

Ein Paradebeispiel ist dabei Argentinien. Hier gibt es 9.000 Wörter, die nirgendwo anders gesprochen werden. Peru beispielsweise hat einen großen asiatischen Bevölkerungsanteil und hat dadurch einen großen Anteil an japanischen und chinesischen Wörtern, die in die Sprache aufgenommen wurden. Spanisch aus Venezuela hat afrikanische Wörter in seine Sprache aufgenommen, da viele Sklaven aus Afrika dort gearbeitet haben.