Joan Miró
Spanische Kultur & Sprache

Joan Miró

Bei Enforex können Sie bei unserem Sprachkurs Spanisch + Kunstgeschichte alles über Joan Miró erfahren und dabei Spanisch lernen. Dieser Kurs wird in folgenden Städten angeboten: Barcelona, Granada, Madrid & Salamanca und wird jeweils von geführten Museumsbesuchen begleitet. Werke wie Caracol, Mujer, Flor, Estrella (Reina Sofía Museum, Madrid) und El guante blanco (Fundació Joan Miró, Barcelona) können Sie dann als Originale betrachten und analysieren.

Leben von Joan Miró

Joan Miró wurde 1893 in Barcelona geboren und wuchs in einer kreativen Atmosphäre auf. Bereits mit 14 machte er eine Ausbildung in der Hochschule für industrielle und bildende Kunst und ging danach zwischen 1910 und 1915 in die Kunstschule von Francesc Galí. Dort knüpfte er nützliche Kontakte und begann Freundschaften mit anderen Künstlern. Ebenfalls nahm er Unterricht im Cercle Artístic de Santa Lluc während der letzten beiden Jahre an der Kunstschule Galis. Danach eröffnete er ein eigenes Atelier und arbeitete hart, um 1918 seine erste Ausstellung bei Galeries Dalmau in Barcelona zu präsentieren.

1920 zog er, wie viele seiner Künstlerzeitgenossen, nach Paris und lernte Kubisten wie Pablo Picasso und Surrealisten wie André Breton kennen. Miró und seine Arbeiten verdienten sich Respekt und Anerkennung. Er wurde beispielsweise beauftragt das Bühnenbild für die russische Ballettversion von 'Romeo und Julia zu gestalten und verkaufte Bilder an Bekanntheiten wie Ernest Hemingway.

Joan Miró
Werke von Joan Miró

1929 heiratete Miró Pilar Juncosa und beide zogen anschließend zurück nach Spanien, wo sie ihre Tochter María ein Jahr später zur Welt brachten. In dieser Zeit schuf er die experimentelle Reihe Abschied von der Malerei und widmete sich im Anschluss anderen Kunstpraktiken. In den folgenden 6 Jahren probierte er sich an Collagen, Skulpturen (Keramik) und Lithographien aus. In dieser Zeit gestaltete er ein weiteres Bühnenbild (Jeux d'enfants) und organisierte seine erste Ausstellung in den USA (Pierre Matisse Gallery).

Mit Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs ging Miró zusammen mit seiner Familie 1936 zurück nach Paris. Er widmete sich in dieser Zeit vor allem den Skulpturen und Radierungen. Nachdem die Familie 1939 kurzzeitig in die Normandie zog, jedoch durch den 2. Weltkrieg wieder flüchten musste, ließen sie sich schließlich wieder in Mallorca, Spanien nieder.

Joan Miró experimentierte den Rest seines Lebens mit verschiedenen Stilen. 1945 fing er nach Jahren der Abstinenz wieder mit dem Malen an. 1950 probierte er sich auch an Bronzeskulpturen und Mauern- und Straßenkunst.

Mit zunehmenden Alter wurde Joan Miró ein angesehener Künstler der internationalen Kunstwelt. 1968 wurde er mit dem Doktortitel der Harvard Universität ausgezeichnet und 1975 wurde die Stiftung Fundación Joan Miró in Barcelona eröffnet. Miró spendete viele seiner Werke an die Stiftung und ist neben dem Reina Sofia Museum in Madrid der beste Ort Miró zu betrachten.

Joan Miró starb im Alter von 90 Jahren in Palma de Mallorca (1983).

Merkmale und Einflüsse

Obwohl ihn einige mit den Surrealisten in Verbindung bringen, ist eine klare Zuordnung Mirós kaum möglich. Er probierte und experimentierte sein ganzes Leben und legte sich nie auf eine bestimmte Strömung fest. In jungen Jahren war sein Stil von Formen und Linien gekennzeichnet, die Menschen auf symbolische Art und Weise darstellen sollten. Seine Farben und Themen variierten je nach Stimmung, die von den vielen politischen Unruhen geprägt wurden.

Mirós erste Ausstellung mit 25 Jahren war ein perfektes Beispiel für die Vielseitigkeit seines Schaffens. Er präsentierte eine Mischung aus Kubismus (später von Pablo Picasso weiter inspiriert worden) und fauvistischen Werken beeinflußt durch André Derrain und Henri Matisse. Er experimentierte in dieser Zeit auch mit klassischen Stilen und Themen, die römischen Fresken ähnelten.

Während seines ersten Aufenthalts in Paris in den 20er Jahren wurde er stark von den Surrealisten beeinflußt. Zwischen 1924 und 1928 fertigte er über 100 der sogenannten Traumbilder an. Kurz vor und während des Spanischen Bürgerkriegs leitete er die sogenannte Wilde Phase seines Schaffens ein. In dieser Zeit malte er einige der pessimistischsten und aufwühlendsten Werke seines Lebens.

Miró widmete sich später mehr und mehr der experimentellen Kunst und definierte den Surrealismus mit seinen riesigen Skulpturen und Mauerbemalungen neu. Auch für die Außenwelt machte er seine Kunst greifbar, indem er Mauern und Wege in Barcelona, wie das Pla l'Ós auf Las Ramblas, kunstvoll gestaltete.

Seine unverkennbaren Markenzeichen waren vor allem die einzigartige Art und Weise menschliche Gestalten in kurvigen, kreisförmigen und linienartigen Formen darzustellen und die Verwendung von hellen und hemmungslosen Farben. Wie auch sein Stil, waren auch seine Medien und Materialien sehr vielseitig: klassische Malerei, Skulpturen, Wandmalerei, Straßenkunst, etc., etc.

Werke von Joan Miró

  • Ermita de Sant Joan d'Horta (1917: Fundació Miró, Barcelona)
  • Hombre con Pipa (1925: Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid)
  • Cabeza de campesino catalán (1925: Tate Modern, London)
  • Caracol, Mujer, Flor, Estrella (1934: Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid)
  • El guante blanco (1925: Fundació Miró, Barcelona)
  • Hombre y mujer ante un montón de excrementos (1935: Fundació Miró, Barcelona)
  • Retrato II (1938: Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid)
  • Selbstportrait (1937-8/1960: Fundació Miró, Barcelona)
  • Der Sonnenvogel (1946-49: Fundació Miró, Barcelona)
  • Der Mondvogel (1946-49: Fundació Miró, Barcelona)
  • Tapiz de la Fundació (1979: Fundació Miró, Barcelona)
  • Mujer y Pajaro (1982: Parc Joan Miró, Barcelona)