Guernica
Spanische Kultur & Sprache

Guernica

Bei Enforex können Sie beim Sprachkurs Spanisch + Kunstgeschichte alles über Guernica und viele weitere berühmte spanische Kunstwerke erfahren und dabei Spanisch lernen. Dieser Kurs wird in folgenden Städten angeboten: Barcelona, Granada, Madrid & Salamanca und wird jeweils von geführten Museumsbesuchen ergänzt und vervollständigt. Falls Sie sich für Madrid entscheiden, können Sie das Gemälde sogar als Orginal im modernen Reina Sofía Museum betrachten.

Guernica von Pablo Picasso ist eines der berühmtesten und einzigartigsten Bilder der Kunstgeschichte überhaupt. Zeitlosigkeit, Komplexität und versteckte Nachrichten macht das Bild für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft spannend und aktuell und versetzt Betrachter, auch nach mehrmaligem Betrachten des Bildes, in Erstaunen.

Picasso malte dieses Bild 1937, nach der Bombardierung der baskischen Stadt Guernica am 26. April 1937. Hitlerdeutschland unterstützte im Spanischen Bürgerkrieg die Kräfte des nationalistischen Francos. Die Verwüstung der Stadt tötete und verletzte mehr als 1600 Menschen. Die Brutalität und Ungleichheit dieser Ereignisse veranlassten Picasso gleich danach mit der Erstellung des riesigen Ölgemäldes. Guernica ist unweigerlich mit Picassos Emotionen, seinem Schockzustand und Verständnislosigkeit nach diesem Ereignis in Verbindung zu bringen.

Es ist schwer dem Bild klare Ereignisse oder Bedeutungen zu entnehmen, Interpretationen werden dem Betrachter überlassen. Klar erscheint, dass sich Picasso mit Guernica nicht allein auf die Bombardierung der nordspanischen Stadt bezieht, sondern eine allgemeine Darstellung von Krieg in den Mittelpunkt stellt. In seinem kubistischen Stil deformiert er Figuren, die durch ihre Verformung Gefühle darstellen. Picasso schafft es auf einzigartige Weise in seinem Bild Leiden, Tod, Krieg, Angst, Verwüstung und sogar ein bisschen Hoffnung in seinem Bild zu vereinen.

Die Szenerie erscheint in einen Raum versetzt zu sein und durch ein sonnenähnliches Gebilde beleuchtet zu sein. Die Sonne könnte Symbol für die Allgegenwärtigkeit und Macht der Sonne, auch im Kriege, darstellen. Zudem erscheinen auf dem Bild mehrere menschliche Figuren: ein verwundeter Soldat mit einem zerbrochenen Schwert, eine Frau, die ihr totes Kind beweint, eine Frau, die scheinbar durch den Raum schwebt, eine brennende Person und eine Person, die aus der Szene zu entfliehen scheint. Das auffälligste Element in Guernica bildet das leidende Pferd direkt unter der "Sonne". Weiterhin lassen sich ein Stier, des Nationalsymbol Spaniens ist, und eine Taube mit gebrochenem Flügel entdecken.

Betrachtet man das Bild genauer, entdeckt man Totenköpfe und weitere Verschnörkelungen, die ein Verschmelzen der Figuren zulassen. Formen können einzeln aber auch als Verbund angesehen werden und lassen Raum für Deutungen und Interpretationen.

Die monotonen Farben, schwarz, weiß und grau-blau, lassen die Grenzen der Formen noch stärker verschmelzen und erwecken den Eindruck eines Zeitungsfotos. Picasso war zum Zeitpunkt der Bombardierung in Paris und erfuhr von diesem Ereignis durch die Zeitung und brachte diesen Eindruck in das Bild.

Kurz nach Erscheinen des Bildes sorgte Guernica für Furore und erstaunte Menschen auf der ganzen Welt. Obwohl er das Bild im Prado Musem in Madrid ausgestellt haben wollte, wurde es 1992 ist das nahegelegene und modere Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia verlegt, wo es heute zu bewundern ist. Neben Guernica sind zahlreiche Skizzen und Entwürfe ausgestellt, die die Entstehung von Guernica dokumentieren.